Der Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Lahti war für uns das Highlight dieses Schuljahres. Durch die Gastfreundlichkeit der finnischen Familien und das vielfältige Programm, welches beides in diesem Bericht noch genauer beschrieben wird, wurden die eineinhalb Wochen zu einem wahrhaftigen Erlebnis. ...

...

6.März Am Tag der Ankunft wurden alle Schüler von ihrer Gastfamilie bei Ankunft an der Schule abgeholt und hatten ein bisschen Zeit um sich einander vorzustellen und um sich anzufreunden.

7.März Am nächsten Tag versammelte sich die Gruppe mit allen Lehrern und der Schulsozialarbeiterin in der Sporthalle der Schule um Gemeinschaftsspiele zu spielen und das Programm der folgenden Woche vorzustellen. Zur Mittagszeit klang die Glocke und wir durften uns zur Kantine begeben. Die finnische Regierung gibt sich offensichtlich viel Mühe, um die Schüler glücklich zu halten, was daran zu erkennen ist, dass die Schulen sauber und gut ausgestattet sind, und das Essen in der Mensa zweifellos aus einem Restaurant in der Frankfurter Innenstadt stammen könnte. Nachmittags wurde eine spannende Stadt-Rallye veranstaltet, bei der man eine App benutzen sollte, die einen quer durch Lahti zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten führt. Nach Ende des Rennens durften wir die höchste der drei Skisprung-Schanzen besteigen, die uns mit einer faszinierenden Aussicht belohnte.

8. März Der nächste Tag fing mit dem süßen Geschmack von Muffins und Müsliriegeln an, die wir in der schuleigenen Küche selber zubereiten durften. Dabei erfuhren wir, dass finnische Schüler alle am Koch- und Haushaltsunterricht teilnehmen. Nach dem zugehörigen Festmahl, ging es zurück in die Klassenzimmer. Doch der Tag war noch längst nicht vorbei: Gegen Abend ging es in die Isku-Arena, um die Eishockey- Mannschaften Pelicans Lahti und Kookoo Kouvula gegeneinander spielen zu sehen. Um es kurz zu machen: Es war ein einmaliges Erlebnis, nicht nur, weil die Sportart sich von den Regeln her sehr von Fußball und Co. unterscheidet, sondern auch, weil die Stimmung einfach überwältigend war.

9. März Der Freitag war ein vergleichsweise ruhiger Tag. Nach einigen Schulstunden fuhr die deutsche Gruppe zu einem Zentrum für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, wo wir eine Führung bekommen sollten. Das Besondere an diesem Zentrum, das „Kaarisilta“ heißt, ist, dass jeder sich dort künstlerisch betätigen kann – ganz den eigenen Bedürfnissen und Interessen folgend. Das Zentrum besteht aus vielen roten Holzhäusern, in jedem der Häuser konnte man etwas anderes machen. Wir wurden durch alle Häuser geführt. In einem Haus konnte man Musik machen, in einem anderen Figuren aus allen möglichen Mate­rialien gestalten. Ich war total erstaunt, als ich gesehen habe, wie schön und wie akkurat die Menschen ihre Arbeit machen. Das größte Gebäude war das Gemeinschaftshaus. Dort wurde gegessen und Sport getrieben. Das Haus hat sogar ein eigenes Schwimmbecken und einen Computerraum mit einer Playsta­tion. Dies war ein schöner und abwechslungsreicher Tag.

10. März Am Samstag haben wir im dichten Schneefall mit unseren Austauschpartnern das Radiomuseum von Lahti besucht, wo wir viel über die Ge­schichte des Rundfunks lernten. Denn mit den beiden hohen Antennen auf dem „Radiomäki“ (dem Radioberg) wurden ab 1926 weite Teile Finnlands und seine Nachbarländer versorgt. Sie waren zur Anfangszeit des Rundfunks mit die stärksten Antennen Europas. Danach gab es ein leckeres Mittagsessen, welches entweder aus einem Curry- oder einem Hähnchensandwich mit Tee bestand. Den Abend konnten wir etwas mit der Familie unternehmen.

11.März: Sonntag-Familientag Sonntag - ein Tag für die Familie? Ja. Ein Tag der Ruhe? Nicht bei „meiner“ Familie! Für den Tag wurde kein Programm von der Schule veranstaltet, die Familien hatten die Möglichkeit, mit den Austausch-Schülern etwas zu unternehmen. Für mich begann der Tag mit dem beliebten Ski-Langlauf, der anstrengender ist, als er aussieht. Zwei Atem raubende Kilometer später, wird mir eine Pause gegeben, um mich auszuruhen und meine Sachen für das nächste Ziel zu packen: das Schwimmbad in Lahti! Nachdem alle genug Zeit im Wasser hatten, ging es weiter zu einem amerikanischen Diner, wo wir uns die Bäuche mit Burgern vollschlugen. Und als ob der Tag noch nicht gut genug gewesen wäre, beschlossen wir spontan noch eine Runde Bowling zu spielen!  Den Abend genossen wir auch noch in vollen Zügen: Beim Eishockey ein traditionelles finnisches Nudelgericht zu essen, wahrlich ein erfüllter Tag!

12. März Morgens ging es früh los nach Helsinki. Helsinki ist die Haupt­stadt und mit rund 700.000 Einwohnern sogar die größte Stadt Finnlands. Als erstes steuerten wir Fazer an, ein weltweit exportierendes Unternehmen, welches sich auf Schokolade und Gebäck spe­zialisiert hat. Dort bekamen wir eine Führung, wo uns die Ge­schichte des Unternehmens und die Produktionswege veran­schaulicht wurden. In einem der Räume durfte man sogar so viel Schokolade essen wie man wollte! Danach fuhren wir in die Innenstadt zum Bahnhof. Dort bekamen wir eine weitere Führung, in der wir die verschiedenen Wahrzeichen und die Sehenswürdigkeiten gezeigt und erklärt bekamen. Die Füh­rung endete damit, dass wir uns eine Stunde in kleinen Grup­pen frei in der Stadt bewegen durften. In dieser Zeit bummel­ten wir durch die Shoppingmalls und bekamen finnische Ge­richte von unseren Austauschschülern empfohlen. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir erst im Dunklen nach Hause, was in Finnland durch den Breitengrad 17:00 Uhr bedeutet.

13.März Der Dienstag war der Abschlusstag, an dem wir alle nach dem Unterricht mit dem Bus zu einer Art Ferienhaus am zugefrorenen See fuhren. Dort durften wir Spiele spielen und uns unterhalten. Gekrönt wurde der Tag mit dem Angebot, in ein Eisloch zu steigen. Nachdem wir in der Umkleide Badehosen angezogen und uns in der Sauna aufwärmten hatten, sind wir nacheinan­der in ein kleines Eisloch gestiegen. Auch, wenn man sich nur kurz in ihm aufhielt, war es total kalt, nie­mand hielt es länger als zwei Minuten im Eiswasser aus. Im Anschluss daran gab es ein kleines Mittagsessen, welches aus kleinen Safttüten und finnischem Brot bestand. Am späten Nachmittag sind wir wieder mit dem Bus zurück zur Schule gefahren und von dort aus nach Hause. Es war ein unvergesslich schöner Tag!

14. März Dies war der Tag der Abreise. Um 10:00 Uhr trafen wir uns alle, bepackt mit Koffern und Rucksäcken, am Bus vor der Schule, damit wir abfahren konnten. Wir verabschiedeten uns traurig von unseren Austauschpartnern und deren Familien, und fuhren zum Flughafen von Helsinki. Nach einer kurzen Wartezeit im Terminal sind wir in einem zweieinhalbstündigen Flug nach Deutschland zurückgeflogen. Vom Frankfurter Flughafen fuh­ren wir mit unseren Lehrern im Bus zum Gymnasium zurück, wo unsere Familien schon auf uns warteten. Es war natürlich traurig, Finnland und die Gastfamilie zu verlassen, aber auch schön, wieder zu Hause zu sein.