"Vernetzt, verschlungen, verbunden"... ...so lautete das diesjährige Thema des Abschlussgottesdienstes zum Schuljahresende. Das Thema Gemeinschaft stand hierbei im Mittelpunkt. Gemeinsam haben wir über unsere "Net-ze" nachgedacht, also über all jene Verbindungen, die wir zu Familie, Freunden und Mitschülern haben ...

...  und die unser Leben bereichern. Dem Beispiel der kleinen Spinne (Text siehe unten) folgend, wurde ein gemeinsames, buntes Netz "gesponnen", das die Vernetzung der Schulfamilie ausdrücken sollte. Damit die Schülerinnen und Schüler ihre Verbindung zueinander auch in den Sommerferien spüren können, wurden zum Friedensgruß Freundschaftsbändchen verteilt, welche mit dem Banknachbarn oder der Banknachbarin ausgetauscht werden durften. Am Ende des Gottesdienstes waren noch genügend Bändchen übrig, um sie den Freundinnen und Freunden, welche den Gottesdienst nicht besucht haben, mitzubringen. Besonderer Dank geht an die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a und 8d, die den Gottesdienst mitgestaltet haben, an die Fünftklässler, die mutig ein Lied vorgetragen haben, und an all diejenigen, die im Vorfeld fleißig Bändchen geknüpft haben. Ein herzliches Vergelt's Gott auch an die Mitglieder der Band für die gelungene musikalische Untermalung. Wir wünschen euch allen schöne und erholsame Ferien und freuen uns darauf, das nächste Schuljahr gemeinsam mit euch zu erleben.

 

Die Geschichte von der kleinen Spinne

Auf einer einsamen Lichtung, tief im Wald, stand eine alte Scheune, die von den Menschen längst vergessen worden war. Drinnen, im morschen Holzgewölbe des Daches, lebten die Spinnen. Es waren unzählig viele. In jeder noch so kleinen Ritze und Lücke, in jedem Loch und jeder Ecke hatte sich eines der Tiere ein Nest gebaut. Doch unter den Spinnen herrschte Zwietracht und Neid. Jede hatte Angst, dass eine andere versuchen würde, ihr die Ritze oder das Loch, in dem sie wohnte, streitig zu machen. Auch um die Nahrung wurde gekämpft. Jede Mücke, jede Fliege und jeder Falter wurde mit leuchtenden Augen verfolgt, bis er, begleitet von missmutigem Zischen, im Netz einer anderen landete, die ihre Beute so schnell wie möglich in Sicherheit brachte. Eines Tages kam eine kleine Spinne zu der Hütte. Neugierig krabbelte sie am Dachgebälk entlang und begrüßte freundlich jedes einzelne Tier, dem sie begegnete. Doch die anderen Spinnen verhielten sich kalt und abweisend. Die kleine Spinne suchte sich eine enge, freie Ritze und machte es sich dort bequem. Sie war sehr verwundert über so viel Feindseligkeit. Als die Nacht hereinbrach und der Mond hoch am Himmel stand, erschien plötzlich eine Fledermaus in der Scheune. Die Spinnen duckten sich in ihre Verstecke und machten sich so winzig wie möglich. Die Fledermaus zog flatternd ihre Kreise, schnappte sich schließlich eine der Spinnen und verschwand. Die anderen Tiere atmeten erleichtert auf. Jede war froh, dass es nicht sie getroffen hatte und kaum war die Gefahr verschwunden, da zankten sich die übriggebliebenen darum, wer das eventuell bessere Loch oder die besser gelegene Ritze besetzen durfte. So ging es Nacht für Nacht. Eines Tages hielt es die kleine Spinne nicht mehr aus. Sie spann einen langen Faden, so lang, wie sie ihn noch nie zuvor gesponnen hatte, und krabbelte quer durch die Hütte auf die andere Seite des Dachgebälks, wo sie den Faden befestigte. Die Spinnen auf der anderen Seite blickten ihr feindselig entgegen. "Was soll das?", riefen sie. "Hier wohnen wir!" Doch die kleine Spinne ließ sich nicht beirren. Den ganzen Tag spann und webte sie lange Fäden kreuz und quer unter dem Dach der Scheune. Als es Nacht wurde und sich alle Spinnen wieder in ihre Löcher verzogen hatten, kam die Fledermaus. Sie drehte flatternd ihre Runden und schoss dann auf eine Ecke der Scheune zu, in der sich eine besonders dicke Spinne befand. In ihrer Not huschte die Spinne aus ihrem Loch heraus und flitzte quer über einen der ge- sponnenen Fäden auf die andere Seite der Hütte. Verwirrt blickte ihr die Fledermaus hinterher. Ihr war noch nie eine Beute entkommen. Sie probierte es noch mehrere Male, aber immer wieder entkam ihr Opfer. Schließlich gab die Fledermaus auf und verschwand. Am nächsten Morgen war die Aufregung in der Hütte groß. Die Tiere scharten sich um die kleine Spinne. Alle lobten begeistert die rettenden Fäden und jede wollte mithelfen. So arbeiteten die Spinnen den ganzen Tag, bis am Abend ein riesengroßes Spinnennetz unter dem Dach der Hütte hing. Als in den folgenden Nächten die Fledermaus kam, huschten die Spinnen kreuz und quer über das Netz, sodass sie kein einziges Tier mehr erwischte. Es dauerte nur weni-ge Tage, dann hatte der Räuber endgültig das Interesse verloren und kam nie wieder zurück. Doch damit nicht genug. In dem großen Spinnennetz verfingen sich wesentlich mehr Insekten als die Spinnen zuvor einzeln hatten einfangen können. Gerecht teilten sie die Beute unterei-nander auf und kümmerten sich auch gemeinsam darum, dass das Spinnennetz nicht zerfiel. So war aus den unzähligen einzelnen Spinnen in der alten Hütte eine große Spinnenfamilie geworden.