Rhetorikseminar der Elisabeth-Saal-Stiftung

Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus lud in Kooperation mit der Elisabeth-J.-Saal-Stiftung vom 13.-15. Juli 2018 besonders begabte Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse humanistischer Gymnasien aus ganz Bayern in das Schloss Spindlhof in der Nähe von Regensburg ein, um dort im Rahmen eines vertiefenden Seminars die antike sowie moderne Rhetorik kennenzulernen. Namhafte Hochschuldozenten führten die Teilnehmer durch theoretische wie praktische Workshops. Vom Spessart-Gymnasium Alzenau durfte Julian Thoma (Klasse 9a) am Seminar teilnehmen. Seinen Tagungsbericht lesen Sie im Folgenden:

Tag 1:

Nach der Ankunft und der Vorstellung der Gruppe bekamen wir eine Einführung in die moderne Rhetorik durch Herrn Paul Herrmann aus Reichenschwand, wobei wir in Gruppen erarbeiten sollten, worauf bei den vier Schritten der Vorbereitung einer Präsentation geachtete werden muss. Nach einer Kaffeepause wurden die ersten Schülervorträge gehalten. Ich selbst bereitete meine Präsentation ganz spontan vor und sprach als einer der ersten. Die Rede wurde per Video aufgezeichnet und nochmals vorgespielt, um die eigene kritische Meinungsbildung anzuregen. Anschließend wurden wir um eine Selbsteinschätzung gebeten und erhielten Tipps durch den Experten sowie durch die anderen anwesenden Gastschüler. Nach dem Abendessen hörten wir weitere Referate. Danach hatten wir Freizeit, welche wir mit dem „Werwolf“-Spiel verbrachten, wobei wir uns besser kennenlernen konnten. 

Tag 2:

Am nächsten Morgen wurden nach dem Frühstück die restlichen Präsentationen gehalten und reflektiert. Nach einer kurzen Pause sprachen wir über „Lampenfieber“ und kamen zu dem Ergebnis, dass „Lampenfieber“ im Vorfeld eines eigenen Vortrags auf jeden Fall nötig sei. Wir erfuhren außerdem, dass „Lampenfieber“ ein urmenschlicher Instinkt sei: Man habe in der Steinzeit nur in der Gruppe überleben können und sei es somit nicht gewohnt gewesen, alleine und ganz auf sich gestellt zu sein. Dass wir heute immer noch „Lampenfieber“ haben, liege daran, dass sich unser Körper evolutionsbedingt nur extrem langsam weiterentwickelt habe. Zudem besprachen wir Strategien zum Umgang mit sowie der generellen Vermeidung von „Blackouts“. Unsere Schlagfertigkeit übten wir in Stegreifreden. Nach einer ausgiebigen Mittagspause, die wir zum Essen und Fußballspielen nutzten, setzten wir unser Programm mit weiteren Stegreifreden fort: Also schrieben wir Schlagwörter auf Karteikarten, welche jedem Teilnehmer zugelost wurden, und hielten kurze Reden. Nach einer erneuten kurzen Pause begannen wir mit „Argumentationsstrategien“. Zunächst beschlossen wir drei Themenbereiche, über die wir ausgiebig in Gruppen debattierten. Unsere Freizeit nutzten wir schließlich, um gemeinsam Fußball, Volleyball oder Karten zu spielen, wodurch wir uns noch besser kennen lernten.

Tag 3:

Nach dem Abschluss unserer Debatten vom Vortag berichtete uns Prof. Markus Janka aus München ausgiebig über die Rhetorik der Antike, um unseren Workshop thematisch abzurunden. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen traten wir schließlich die Heimreise an.