MO, das ist Mo Asumang, Multitalent aus Berlin: TV-Moderatorin, Synchronsprecherin, Schauspielerin, Filmemacherin, Schriftstellerin und Beauftragte der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Ein Medien-Profi. WIR, das sind alle Schülerinnen und Schüler der Ethik-Projektgruppe von Frau Mavroidi (2015/16 und 1. HJ 2016/17). Angeregt durch ein Referat ...

... zum Thema Rassismus, schauten wir uns den Dokumentarfilm "Die Arier" von Frau Asumang im Unterricht an. Wir waren alle so begeistert, dass wir uns sofort bereit erklärten, vollen Einsatz zu bringen, um Mo Asumang an unsere Schule einzuladen, damit sie aus ihrem frisch veröffentlichten Buch "Mo und die Arier" (Fischer Verlag, Februar 2016) eine Lesung abhält. Und tatsächlich bekamen wir den Zuschlag für unseren Wunschtermin am 10.11.16. Doch damit begann die eigentliche Arbeit erst richtig, denn unser Ziel war ambitioniert: die gesamte Schülerschaft der 9. und 10. Jahrgangsstufe sollte nicht nur als Zuhörer der Lesung beteiligt werden, sondern sich auch im Vorfeld mit den Themen Hass und Rassismus im Unterricht auseinandersetzen. Wir beschlossen zu einzelnen Filmszenen der Dokumentation Arbeitsblätter mit Lösungen und weiterführende Rechercheaufgaben zu erstellen. So entstand ein Portfolio von rund 20 Seiten, das von 18 Klassen und deren Lehrern der Fächer Deutsch, Geschichte, Religion und Ethik im Unterricht zur Vor- und Nachbereitung eingesetzt wurde. Darüber hinaus übernahmen einzelne Schüler der Projektgruppe Moderationsaufgaben während der öffentlichen Lesung am 09.11.16 in der Stadtbibliothek Alzenau und der beiden Schullesungen. Dafür gilt es Alessandra Fahl, Hans Weber, Egzon Peci, Semmy Yesilmen, Anne Kleine-Möllhoff und Helle Buchgraber zu danken. Unser Technikteam, bestehend aus Johannes Weimann, Niklas Schmitt und Hendrik Frielingsdorf, kümmerte sich kompetent und zuverlässig um die Tontechnik der drei Lesungen. Es bildete sich sogar ein eigenes Designer-Team heraus, das eigenverantwortlich die Gestaltung der Schaukästen der Stadtbibliothek entwarf. Dazu zählten Egzon Peci, Semmy Yesilmen, Lara Karl und Lara Schauer. Vor allem der große Schaukasten in der Hanauer Landstraße wurde durch die mutige und clevere Installation von Lara Schauer zu einem echten Blickfang. Unser Einsatz wurde belohnt: Rund 500 Zuhörer kamen, um mit Mo über Rassismus zu sprechen. Denn Mo las nicht einfach nur vor. Sie plauderte aus dem Nähkästchen und diskutierte mit uns. Sie hörte zu und nahm uns Zuhörer als Personen wahr. Noch lange nach den Lesungen wurden persönliche Gespräche weitergeführt, Hände geschüttelt, Selfies gemacht, Menschen umarmt. Unser Projekt ist geglückt: mit Hilfe von Mo konnten wir das WIR unserer Arbeitsgruppe auf ein WIR einer großen Zuhörerschaft erweitern und hoffen, dass wir über die Pinnwände in der Aula, die bis Weihnachten dort stehen und Zeit haben werden, sich zu entwickeln und zu füllen, das WIR auf die gesamte Schulfamilie ausdehnen können. Denn, wenn man Mo richtig verstanden hat, hat Diskriminierung in der Gesellschaft keine Chance, wenn sich diese Gesellschaft als Familie begreift, die zusammenhält und versucht jeden Einzelnen mit Respekt zu behandeln. Mo hat es uns vorgemacht: es kostet sehr viel mehr Kraft und Courage sich nicht zu bekämpfen oder gar zu bekriegen. Der Versuch einer ehrlichen Begegnung auf Augenhöhe kostet oft Überwindung und bedeutet, dass man sich zunächst seinen eigenen Ängsten, aber auch Vorurteilen stellen muss. Denn dieses Wagnis der Begegnung (mit sich selbst und mit dem Anderen), das ist wohl das Abenteuer, auf das sich jede(r) von uns einlassen muss, wenn wir in einer offenen und angstfreien Gesellschaft leben wollen. Es wird sich zeigen, ob uns die Würde des Menschen wirklich wertvoll genug ist und was wir bereit sind, für ihre Aufrechterhaltung zu tun. In Anknüpfung an dieser Thematik wird es voraussichtlich ab nächstem Schuljahr ein P-Seminar geben, das das SGA als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" mit Hilfe aller Schüler etablieren soll. Dieses Ziel würden die Teilnehmer des P- Seminares nur erreichen, wenn die gesamte Schulfamilie darin einen Sinn sähe. Und einen Sinn würde die Verleihung dieses Labels nur haben, wenn wir unsere Schulwerte nicht nur als Inschriften hinter Glas auf den Säulen unserer Aula wahrnehmen (wenn wir sie denn überhaupt noch wahrnehmen), sondern diese Werte tagtäglich (vor-)leben.