1. Übertritt

Die aufnehmende Schule ist bei der Anmeldung für die 5. Jahrgangsstufe auf das Vorliegen einer Lese-Rechtschreib-Störung hinzuweisen. Allerdings ist eine Lese- und / oder Rechtschreibstörung bei sonst angemessener Gesamtleistung kein Grund, Schülerinnen und Schüler vom Übertritt an das Gymnasium auszuschließen. Das Spessart-Gymnasium Alzenau bemüht sich vielmehr, diesen Schülerinnen und Schülern besondere Fördermaßnahmen zukommen zu lassen. Zu beachten ist, dass die Bescheinigung einer Lese-Rechtschreib-Störung bei Schulwechsel ihre Gültigkeit verliert, sodass zu Beginn der 5. Jahrgangsstufe eine erneute Testung erfolgen sollte und die Schulleitung des Gymnasiums einen neuen Bescheid ausstellt. 

 

2. Nachweis einer Lese-Rechtschreib-Störung

Die Feststellung einer Lese-Rechtschreib-Störung kann nach Wunsch der Eltern entweder durch eine schulpsychologische Testung und Stellungnahme oder durch ein fachärztliches Zeugnis, das durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder eine andere entsprechend aus- und weitergebildete Fachkraft erstellt worden ist, erfolgen. Bei letzterer Variante ist ergänzend die Vorlage einer schulpsychologischen Stellungnahme erforderlich. Daraufhin erfolgt die Beantragung des Nachteilsausgleichs und / oder Notenschutzes durch die Eltern bei der Schulleitung. Der Schulleiter gewährt die Maßnahmen der individuellen Unterstützung, den Nachteilsausgleich und den Notenschutz.

 

3. Besonderheiten bei der Leistungsfeststellung und -bewertung

Grundsätzlich unterliegen auch Schülerinnen und Schüler mit Lese-Rechtschreib-Störung an allen allgemeinbildenden Schulen den geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Eine differenzierte Behandlung kann dann erfolgen, wenn durch die Schulleitung ein Nachteilsausgleich und / oder Notenschutz gewährt wurde.

Maßnahmen des Nachteilsausgleichs betreffen den Prozess der Leistungsfeststellung. Hierbei handelt es sich beispielsweise um eine Verlängerung der Arbeitszeit, das Vorlesen der Aufgabenstellung, die Vergrößerung von Aufgabentexten oder das Ersetzen einzelner schriftlicher Leistungsfeststellungen durch mündliche Alternativen.

Maßnahmen des Notenschutzes wirken sich auf die Bewertung der Leistung (d. h. die Notengebung) aus. Mögliche Maßnahmen sind der Verzicht auf die Bewertung des Vorlesens in den Fächern Deutsch, Deutsch als Zweitsprache und in den Fremdsprachen, der Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreibleistung sowie eine stärkere Gewichtung mündlicher Leistungen in den Fremdsprachen (mit Ausnahme der Abschlussprüfungen). Bei Inanspruchnahme des Notenschutzes ist darauf hinzuweisen, dass dies in die Zeugnisbemerkung aufgenommen wird.

Detaillierte Informationen zum Verfahren bei Lese-Rechtschreib-Störung finden Sie hier