Als Abschluss des Lektüreprojekts zu Ann Jaramillos „La Línea“, einem wirklichkeitsnahen Roman, der sich mit dem Schicksal illegaler mexikanischer Einwanderer beschäftigt, errichteten die Schülerinnen und Schüler der Englischklassen 9+d und 9+ einen Nachbau der von US-Präsident Donald Trump geplanten Grenzmauer zu Mexiko. ...

... Ausgehend von dem Roman, der die lebensgefährliche Reise eines mexikanischen Jugendlichen in die USA aus der Sicht des Betroffenen selbst schildert, setzten sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Englischunterrichts nicht nur mit den Fluchtursachen auf mexikanischer Seite sondern auch mit unterschiedlichen Einstellungen der US-Bürger zum Thema (illegale) Einwanderung auseinander.

Zurzeit wird die Situation an der 3144 Kilometer langen Grenze zwischen Mexiko und USA als humanitäre Krise und gleichzeitig als Krise der nationalen Sicherheit beschrieben. Angesichts der Tatsache, dass allein im Februar dieses Jahres von 76.000 illegalen Grenzüberquerungen ausgegangen wird, ist das Thema der US- Amerikanischen Einwanderungspolitik an Aktualität und Brisanz kaum zu überbieten.

Die Auseinandersetzung mit einem aktuell so bedeutenden Thema wussten die Schülerinnen und Schüler sehr zu schätzen und stürzten sich wohl auch deshalb mit großem Eifer in das Projekt. Sie setzten sich einerseits zum Ziel, die Schulgemeinschaft des Spessart-Gymnasiums durch den symbolischen Mauerbau in der Aula über die Pläne des US-Präsidenten zu informieren, der im Kampf gegen die illegale Einwanderung eine Mauer errichten will. Andererseits versuchten sie damit die Schulgemeinschaft für die dramatischen Umstände an der Grenze zu sensibilisieren. Je nach der zu gestaltenden Seite der Mauer, schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von US-Bürgern oder mexikanischen Einwanderern. Bei der individuellen Gestaltung des eigenen Brick in the Wall konnten alle Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Ergebnisse hätten unterschiedlicher kaum sein können und zeugen davon, dass die Schülerinnen und Schüler beide Perspektiven nachempfinden können und auf ganz individuelle Art und Weise ihren Zugang zu dieser Thematik gefunden haben.