Das SGA musste sich wieder einmal von einem Jahrgang trennen, der nun mit seinem Abitur ins Leben nach der Schule aufbricht. Für dieses wünscht die Schulfamilie all ihren nun ehemaligen Schülerinnen und Schülern alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

 

Pech gehabt -  ein Auszug aus der Abiturrede von Luisa Freundt, Alina Renner und Henri Lautenschläger

Sind wir mal ehrlich: Wir haben doch Einiges mitmachen müssen in den letzten zwei Jahren! Die Sterne haben es wohl hin und wieder nicht so gut mit uns gemeint. Wir haben es trotz allem schon ziemlich gerockt, würden wir sagen! Bei dem Spaß, den die Herrschaften in München sich da immer ausgedacht haben, brauchte man aber ein dickes Fell! Gebt Acht – G8! Die acht Jahre Schule fanden sie mittlerweile wohl doch zu kurz, aber wir wollten lieber schnell fertig sein. So waren wir also keine hundert Leutchen im Jahrgang, wo letztes Jahr gute 200 ihr Abi gemacht hatten. Ergo: kleine Kurse – das Klassengefühl ging doch nie so ganz verloren. Jeder kannte jeden und mit den Lehrern konnte ein lockeres Kursklima aufgebaut werden. Gut, wer jemanden am liebsten aus dem Weg gegangen wäre, hat halt … Pech gehabt!

So gab es nur eine kleine Kursauswahl und wir mussten den ein oder anderen Wunsch ganz schön durchboxen. Und es wurden nur zwei Abifahrten angeboten. Ja, es war schon ein ziemliches Auf und Ab bei uns. Einmal ist doch fast die Schule abgefackelt – es roch jedenfalls so. Geil, zwei Stunden weniger Mathe! Wobei: Hätten wir gewusst, was uns Mitte März erwartet, hätten wir wohl die ein oder andere Mathe-Stunde durchaus gern mitgenommen. COVID-19 hat spezielle Gruppen im Lernen stark eingeschränkt. Einige Haushalte hatten vielleicht eine weniger gute Ausstattung, was Technik anbelangt. Oder aber man gilt als Risikoperson: Mit dem Risiko akuter Motivationslosigkeit haben schon vor Corona einige schwer zu kämpfen gehabt. Dieser Online-Unterricht ist aber auch nicht dasselbe! Einige Lehrer haben zwar das komplette Netz auf den Kopf gestellt, um uns die Inhalte so gut wie möglich näher zu bringen. Aber wir hätten nie gedacht, dass wir die Gesichter der Lehrer mal so vermissen könnten! Man wusste ja nie, wo man dran ist: Abi oder kein Abi, Klausuren oder keine Klausuren.

Sechs Wochen! Und dann kam endlich die Entscheidung: Abitur ja, Klausuren nein. Sechs Wochen, nach denen man erst einmal lernen musste, dass so ein Mundschutz-Visier ganz schön viel Schall abfängt. Unter uns: Man versteht absolut nix! Sechs Wochen - endlich wieder Präsenzunterricht und für viele die schwierige Entscheidung: Zum ersten Mal nach sechs Wochen duschen oder lieber mit Jogginghose daheim bleiben? Und trotzdem: Zum Abi sind dann doch tatsächlich wohl zum ersten Mal seit langem alle Abiturienten erschienen. Und nachdem in Bamberg ein paar Spezialisten doch wirklich das Deutsch-Abitur geklaut haben und wir alle ein neues bekommen mussten, liefen die Abiturprüfungen ja ziemlich reibungslos. Ja, langweilig fast schon.

Ein großer Abiball mit Buffet und anschließender Party ist dieses Jahr leider nicht so wie sonst möglich. Alles umsonst also? Quatsch! Auch wenn wir nicht wissen, wie und wann es passiert ist, weil wir unser Zeitgefühl komplett verloren haben, stehen wir heute hier und feiern, dass wir die Allgemeine Hochschulreife bestanden und mit 60 Abiturienten die letzten zwei Jahre eine geile Zeit verbringen durften! Und das haben wir einigen ganz besonderen Menschen zu verdanken: unserem ehemaligen Bürgermeister Herrn Legler, unserem Schulleiter Herrn Conradi, unseren Oberstufenkoordinatoren Herrn Berberich und Frau Rooney, dem Sekretariat, dem Hausmeistern Herrn Klüber, unserem Techniker Kevin Benzing und seiner Familie, dem Technik- und dem Foto-Team. Ein großer Dank geht auch an unsere Eltern. Schließlich bleibt uns noch die Schulfamilie mit all ihren Führungspersonen, Verwaltern, Freunden und besonders den Lehrern zu danken. Den Menschen, die uns und die wir speziell in den letzten beiden Jahren zur Weißglut getrieben und die zumindest versucht haben, uns das beizubringen, was wir brauchten, um heute unser Zeugnis in Händen halten zu dürfen. Danke, dass Sie uns auf diesem Weg begleitet, gestützt, hingeworfen und wieder aufgeholfen haben und für all die schönen Stunden, in denen wir mit Ihnen lachen konnten!

 

Gruppenfotos: Selina Ochsenfahrt und Lena Simon von Warncke & Weidner Fotografie

Weitere Fotos: Frauke Neubeck