Nils Oskamp. Den meisten wird dieser Name nicht bekannt sein, doch nicht so den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9+a, 9+d und 9+e. Denn sie waren am 21.03.2019 von 11:30 bis 13:00 Uhr bei seiner Lesung dabei. Nils Oskamp ist Opfer rechtsextremer Gewalt. ...

... Vor allem in seiner Jugend wurde ihm das Leben von Neonazis aus seiner Schule schwer gemacht. Trotz allem schrieb er 2016 einen Comic über seine Vergangenheit. „Drei Steine“ - so lautet der Name dieser emotionalen und interessanten, doch zugleich angsteinflößenden Geschichte. Man betrat den Raum und sah einen Mann in einem Pullover, auf dem ein antirassistischer Spruch stand. Am Rednerpult hing ein Plakat mit der Aufschrift „Kein Platz für Neonazis“. Nils Oskamp erzählte aus seinem Comic „Drei Steine“ von seiner Schulzeit in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld, als rechtsextreme Jugendliche ihm das Leben zur Hölle machten und davon, dass Erwachsene ihn und die rechte Szene nicht ernst nahmen. Er beschrieb seine Vergangenheit so anschaulich, dass ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen musste, dass dies eine reale und keine fiktive Geschichte ist. Ich bewunderte seinen Mut und seinen Willen sich zur Wehr zu setzen, nach jeder Szene seines Buches mehr und ich fragte mich immer wieder, wie ich reagiert hätte, wenn ich in seiner Lage gewesen wäre. Die auf die Wand projizierten Comicbilder, waren so detailreich und realistisch gezeichnet, dass ich mir sein Leben wie einen Film vorstellen konnte. Zudem imitierte er die einzelnen Personen seiner Geschichte sehr eindrucksvoll. Viele Fragen kamen auf, die er alle nachvollziehbar beantwortete. Schnell bemerkte ich, dass ihm sehr am Herzen liegt, Jugendliche, aber auch Erwachsene auf diese Weise erfahren zu lassen, wie sein Leben, aber auch das anderen Menschen, die sich gegen Neonazis gewehrt haben, war. Ich bewundere ihn dafür, dass er trotz Prügeleien, Knochenbrüchen, Drohbriefen und sogar einem Mordanschlag, den Comic „Drei Steine“, seine Vergangenheit, aufgezeichnet hat und der Welt zeigen möchte. Ich glaube viele Schülerinnen und Schüler, die bei seiner Lesung dabei waren, haben sich später noch einmal Gedanken zu seinem Comic gemacht, da es eine eindrucksvoll erzählte Geschichte von Hass und Angst, aber auch von Freundschaft und dem Wunsch nach Frieden ist.   Luise Zörb, Klasse 7e

 

Comic-Workshop mit Nils Oskamp

Erst einmal vielen Dank dafür, dass die Schule uns diesen Workshop ermöglicht hat. Der Workshop (22.03. von 11.30 bis 15.15 Uhr) war abwechslungsreich gestaltet und wir durften jede Technik sofort ausprobieren. Herr Nils Oskamp hat sich für jeden einzelnen Teilnehmer Zeit genommen und unsere Ideen und Möglichkeiten der Umsetzung mit uns besprochen. Aufgrund der vielen Tipps und Tricks, die uns gegeben wurden, konnten alle Teilnehmer ihren Zeichenstil verbessern. Ich denke Herr Oskamp hat das Interesse aller bezüglich Cartoons, Politik und Zeichnen im Allgemeinen geweckt. Mir hat der Workshop sehr viel Spaß gemacht und ich übe fleißig weiter.   Miriam Müller, Klasse 9+f

 

Abschlusswort und Danksagung:

Die äußerst gelungenen und originellen Zeichnungen sind noch bis zum 07.06.2019 in der Aula zu bewundern. Wir sind sehr stolz, dass Herr Oskamp auch zwei Schülercartoons in seinem Stil nachzeichnen und veröffentlichen wird. Ich danke im Namen der beiden Courage-Teams am SGA (Schüler- und Lehrer- Team) allen Beteiligten für ihren Energieaufwand und die harmonischen Zusammenarbeit. Es tut immer wieder gut zu sehen, dass vielen Menschen an unserer Schule - egal ob als Lehrer Schüler oder als Gast - das Anliegen nach Gleichbehandlung und Respekt aller eine Herzensangelegenheit ist, für die sie bereit sind, auch Hindernisse zu überwinden. Ohne Euch wäre solch eine wichtige Veranstaltung im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus nicht möglich gewesen. We are family!    Artemis Mavroidi, Projektleiterin SoR-SmC am SGA