Bereits zum achten Mal haben sich die Streitschlichtergruppen der beiden Aschaffenburger Landkreisgymnasien zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Dieses Mal, am 1. Juli 2016, besuchte das SGA-Team das Hanns-Seidel- Gymnasium in Hösbach, um sich ...

... mit seinem Tandempartner über Streitfälle und Konfliktlösungsstrategien auszutauschen. "Das Streitschlichter-Projekt ist schon lange kein Projekt mehr", so Rainer Fecher, der die Gruppe am HSG mit seiner Kollegin Karin Herzum leitet, "die beiden Streitschlichtergruppen gehören zum festen Inventar beider Schulen." Und tatsächlich - jedes Jahr hat ein Treffen stattgefunden und schon die vierte Generation der Schlichter hat das Mediationsverfahren kennen gelernt und angewendet. Nach Aussage von David, der am HSG seit zwei Jahren zu den Streitschlichtern gehört, haben sie die meisten Fälle in der Unterstufe, also in den Jahrgangsstufen 5 bis 7. Das kann Isabella vom SGA nur bestätigen: "Die Kids kommen entweder in den Pausen auf uns zu oder die Lehrer nehmen mit uns Kontakt auf. Und meistens können die Konflikte relativ schnell gelöst werden." "Relativ schnell ist relativ !", meint dazu Nina vom HSG. Bei einem Fall hätten sie fast das ganze Schuljahr damit verbracht, die Streitparteien zu einer Lösung zu bewegen. Letztendlich müssen die streitenden Schüler eine gemeinsame Vereinbarung finden, die für sie akzeptabel ist. Da können die Streitschlichter nur mit Empathie, also mit Einfühlungsvermögen, unterstützend wirken, damit auch beide Parteien mit ihrer Lösung zufrieden sind. Beim diesjährigen Treffen stand - neben der Aufarbeitung verschiedener Streitfälle - auch das Konzept des Klassentags und die Sensibilisierung zu den Themen Vorurteil und Rassismus auf dem Programm. "Streitschlichtung berührt eine Vielzahl sozialer Themen", so Janina Simmler, die mit ihrer Kollegin Heike Wissel einen Leitfaden zum Klassentag vorstellte. Zielsetzung beim Klassentag ist die Verbesserung des Klassenklimas, um das Gemeinschaftsgefühl zu fördern, damit sich die Schülerinnen und Schüler in ihrem Umfeld wohlfühlen und somit Konflikte vermieden werden können. Die Streitschlichter organisieren diesen Tag und unterstützen die Klasse bei ihrer Selbstfindung. Tatsächlich ist ein Zusammenhang zwischen Gemeinschaftsgefühl und Konflikt-Anfälligkeit aufzuzeigen: Je besser die Klassengemeinschaft funktioniert, desto weniger Streitfälle sind zu verzeichnen, zudem sind auch die Lernerfolge in einer gefestigten Klassenstruktur größer. Bei dem Thema Rassismus und Vorurteil haben die Teilnehmer erfahren, dass oft Stereotypen und Klischeebilder unser Denken prägten, diese entsprächen nicht der Wahrheit und könnten Hass und Gewalt auslösen. Übertragen auf das Mediationsverfahren bedeutet dies, dass ein Schlichter nicht voreingenommen sein darf, er muss unparteiisch sein und beide Streitparteien gleich behandeln. Das Thema "Vorurteile" machte nachdenklich und soll noch einmal beim nächsten Treffen angesprochen werden. Zum Abschluss haben die Gruppen ein gemeinsames Plakat gestaltet, um einerseits das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, andererseits sich bei verschiedenen Veranstaltungen vorzustellen. Danach kam das gemeinsame Essen in der Mensa; denn beim ganzheitlichen Lernen gehört auch das leibliche Wohl dazu. Die Streitschlichter waren rundum zufrieden und freuen sich auf das nächste Treffen - selbstverständlich am SGA!