In dieser humorvollen Weise äußerte sich Altbundespräsident Roman Herzog, als er im Jahre 2000 den Humanismuspreis in Marburg erhielt. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass sein Vater, ein kaufmännischer Angestellter, schließlich Direktor des Stadtarchivs Landshut wurde, nachdem ihm sein Sohn Latein beigebracht  haben soll. Roman Herzog setzte sich für eine nachhaltige Bildung ein und besonders für Latein als Unterrichtsfach. Verbürgt ist seine anonyme Teilnahme am Lateinabitur 1980 in Baden-Württemberg, das er mit Bravour bestand.

 

Welche Gründe sprechen nun dafür, dass auch Ihr Kind Latein am Spessart-Gymnasium lernt?

1. Latein schult das logische Denken

Latein fordert und fördert das logische Denken der Schülerinnen und Schüler. Sie müssen mit Hilfe der Vokabeln und des Grammatikwissens einen Text detailliert erschließen. In den modernen Fremdsprachen und auch im Deutschen ist das nur bedingt der Fall. Hier geht es eher um das Hörverstehen und weniger um das analytische Durchdringen von Sprache.

2. Latein fördert das Verständnis für das System Sprache

Wer Latein lernt, versteht leichter, wie Sprachen funktionieren. Die lateinische Grammatik eröffnet einen idealen Zugang zum Deutschen und erleichtert das Erlernen weiterer Fremdsprachen. Daher ist es am sinnvollsten, Latein als erste  Fremdsprache zu wählen. Bei uns am Spessart-Gymnasium haben Sie diese Möglichkeit. Die konstant hohe Zahl der „L-Einser“ zeigt, dass Eltern und Kinder  Latein als Chance begreifen. Die Ergebnisse unserer Lateinklassen im Jahrgangsstufentest Deutsch zu Beginn der 6. Klasse belegen deutlich, dass durch die Beschäftigung mit Latein Synergie-Effekte auftreten. Kurz gesagt: Durch Latein erzielen die Schülerinnen und Schüler auch bessere Ergebnisse im Fach Deutsch.

3. Latein lässt Fremdwörter leichter verstehen

Viele Fremdwörter und Begriffe aus dem Alltag kommen aus dem Lateinischen. Oft ist uns dies nicht bewusst. Wer vermutet schon hinter der „Mauer“ das lateinische Wort „murus“ oder  erkennt in „Straße“ die „via strata“? Auch ist ohne die Kenntnis von Fremdwörtern die Lektüre eines anspruchsvollen Textes in Ausbildung  oder Studium kaum möglich.

4. Latein erleichtert das Erlernen weiterer Fremdsprachen

Mit Latein als Grundlage lassen sich romanische Sprachen, wie zum Beispiel Französisch, Italienisch oder Spanisch,  viel leichter lernen. Auch im Englischen kommen 60 Prozent des gehobenen Wortschatzes aus dem Lateinischen. Latein ist die Mutter vieler Sprachen!

5. Latein bereitet auf ein Studium vor

Viele Studiengänge setzen ein Latinum voraus. Natürlich kann man die lateinische Sprache auch in zum Teil gebührenpflichtigen Kursen an der Universität erlernen. Das kostet allerdings Zeit und Energie, die man gerne in das eigentlich angestrebte Studium investieren möchte. Zitat: „Dass das Pensum nicht zu schaffen ist und viele deshalb bis zu vier Semester länger studieren, ist (…) der Normalfall. Im Vergleich zu den Kursen, die an der Uni angeboten werden, ist es auf dem Gymnasium ziemlich einfach, ein Latinum zu erwerben.“ (Zeit-Campus 29.7.2014)

Die vor einigen Jahren kursierende Information, das Latinum werde für die Masterstudiengänge abgeschafft, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: In einigen Studiengängen wurde die Latinumspflicht sogar wieder eingeführt, nachdem sie erst vor wenigen Jahren abgeschafft worden war.

6. Latein zählt als Bonus für ein Studium mit Numerus Clausus

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass eine Reihe von Universitäten bei Studienfächern mit Numerus Clausus (v.a. Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie) Bewerbern, die Latein oder Griechisch bis zum Abitur durchgehalten haben, einen Bonus gewähren. Das bedeutet, dass solche Bewerber leichter einen Studienplatz bekommen können (Medicamina-Online Informationen zur Antike).

7. Latein ist ein Wegweiser für Europa

Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, finden sich schneller im deutschen Wortschatz und in der deutschen Grammatik zurecht, wenn sie Latein lernen. Auch das Bewusstsein für die Geschichte und die Bedeutung Europas wächst. Das ist die überraschende Beobachtung von Pädagogen und Professoren des Fachs. Weitere interessante Informationen aus dem Interview des SWR2 finden Sie hier.

8. Latein fördert die Genauigkeit und Konzentrationsfähigkeit

Gerade durch das genaue Vorgehen beim Übersetzen aus dem Lateinischen haben die Schülerinnen und Schüler die Chance, sich mit Texten intensiv auseinanderzusetzen und sie im Detail wahrzunehmen. Dies fördert die Konzentrationsfähigkeit und das exakte Arbeiten – Fähigkeiten, die sich auch auf andere Fächer positiv auswirken!

9. Latein öffnet die Tür zu einer faszinierenden Welt

„Tradition ist nicht die Bewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Dieses Zitat passt hervorragend zur Intention, die ein moderner Lateinunterricht verfolgt. Es ist spannend, den Alltag einer römischen Familie kennenzulernen, mit den Sklaven auf dem Forum einkaufen zu gehen und den Pater familias bei der Erledigung seiner Amtsgeschäfte zu begleiten. Es locken Gladiatorenkämpfe, auf die Filme wie zum Beispiel  „Die Tribute von Panem“ zurückgreifen und Wagenrennen im Circus Maximus, die sehr an unsere heutige Formel-Eins erinnern. Faszinierend ist auch die antike Mythologie, die die Schülerinnen und Schüler in eine Welt entführt, die sie in den Abenteuern von Harry Potter wiederfinden.

Falls Sie Interesse an Filmen zu den genannten und weiteren Themen haben, finden Sie hier interessantes Material.

10. Latein ermöglicht den Zugang zu unseren geistigen Wurzeln

An vielen Orten in Europa, Asien und Nordafrika begegnet uns die römische Kultur. Bildung heißt auch, seine Wurzeln zu kennen. Dazu gehört die lateinische Sprache als Ausdruck dieser Kultur. Ohne Latein würden wir unsere eigene Herkunft und Kultur zu einem großen Teil nicht verstehen. So hat zum Beispiel die heutige Rhetorik ihre Anfänge im antiken Griechenland und gelangte über die Römer zu uns. Jede Präsentation lebt davon, dass ihre Inhalte in einer sprachlich überzeugenden Form dargeboten werden. Die gleichen Anforderungen wie vor 2000 Jahren besitzen auch heute Gültigkeit. Deshalb gilt:

Zukunft braucht Herkunft. Ohne Rückbesinnung auf unsere Wurzeln kann es keine Bewältigung der Gegenwart und wegweisende Perspektiven für die Zukunft geben.

Das sind 10 gute Gründe dafür, warum Sie Ihr Kind an unserer Schule Latein lernen lassen sollten.

Unterhaltsames und Informatives zum Fach Latein finden Sie auch bei Spiegel-online, in der Broschüre des Klettverlags und beim Deutschen Altphilologenverband.