Unter diesem Titel wurde bei der Aufführung der Latein-Theater AG des Spessart- Gymnasiums Alzenau am vergangenen Montag und Dienstag eine der schillerndsten Figuren der römischen Antike zum Leben erweckt - der umstrittene Kaiser Nero. Zwei pubertierende Schüler, verblüffend echt dargestellt ...

... von Andreas Gesser und Marvin Schmidt, müssen nach der vehementen Aufforderung der strengen Mutter (alias Nadja Häring) ihre Strafarbeit - ein Referat über Nero - erstellen, statt den Nachmittag mit dem Zocken des Computerspiels "Terminator" zu verbringen - dieses nicht zu kennen sei "ja schließlich auch eine Bildungslücke". Leider wissen die beiden "so viel über Nero wie Lothar Matthäus über Englisch", außer vielleicht "dass er ein ziemlicher Freak gewesen sein soll". Doch beim Recherchieren für das Referat stellt sich heraus, dass die Lebensgeschichte Neros viele unerwartete Wendungen, skurrile Situationen und sogar Parallelen zur heutigen Zeit bereithält! So ist auch der junge "Nero-Schatz" (Jan Rosenberger) nicht immer einer Meinung mit seiner Mutter Agrippina (Wendy Hu), ob es nun schulische Angelegenheiten oder die Auswahl der geeigneten Ehefrau betrifft. Mit zunehmendem Alter tritt Nero, nun dargestellt von Philipp Hofmann bzw. Julian Thoma, jedoch immer mehr in die Fußstapfen seiner raffinierten Mutter ("Ich weiß jetzt nicht, ob das ein Kompliment ist..."), v.a. wenn es darum geht, unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen - und macht dabei auch vor der eigenen Familie und seinem Lehrer Seneca (Konstantin Stegmann) nicht Halt. Doch die beiden Schüler erfahren auch einiges über Neros "Qualitäten" als Supersportler ("Nero war wirklich der Beste - weit und breit kein Konkurrent...Die waren nämlich gar nicht erst angetreten!") und seine ganz eigene Methode, stets herauszuragen, sei es bei den olympischen Spielen oder im Gesang ("Dann singe ich eben etwas Bekanntes - das alte Volkslied ‚Griechischer Wein'"). Sozusagen im Schnelldurchlauf wird dabei sogar die Geschichte des Trojanischen Krieges ("Also ursprünglich war das ein Zickenkrieg von drei Göttinnen") und die Eroberung Trojas mit dem hölzernen Pferd wiederholt ("Es ist sozusagen ein gefüllter Braten und wir Griechen sind die Füllung!"), die Nero beim Anblick des brennenden Roms besungen haben soll...Zum krönenden Abschluss gibt Nero eine Gesangsprobe zum Besten, und dabei wird klar - der Kaiser konnte sogar rappen! Mit dem Motto "I'll be back - Terminero, die Legende lebt!" wollen die beiden Schüler ihre Zuhörer für das Referat begeistern - und dasselbe Ziel hatten sich auch die Mitglieder der Theatergruppe aus den Klassen 5-9 des SGA bei ihrem Stück gesetzt. Der langanhaltende Applaus des Publikums in der an beiden Vorstellungstagen vollständig ausverkauften Mensa entlohnte die jungen Schülerinnen und Schüler, die unter der Leitung von StDin Christine Bax und StRin Tina Ziegler ein Jahr lang an der Umsetzung des selbstgeschriebenen Stückes gearbeitet hatten, voll und ganz. Rund 60 Schauspieler/-innen und Tänzerinnen überzeugten und begeisterten durch ihre hervorragende Leistung. Nur durch die Unterstützung zahlreicher fleißige Helfer hinter den Kulissen waren zwei rundum gelungene Abende überhaupt möglich. Wie auch in den Vorjahren kommt der Erlös aus den freiwilligen Spenden Projekten der Stiftung Kinderzukunft und dem Hanauer Kinderhospiz Louise de Marillac zugute.