Augustus - Killer oder Friedensfürst?

Am Mittwoch, den 29.1.2014, hielt Herr Becker – einigen aus dem Publikum noch als Archäologe auf der Saalburg bekannt – einen Vortrag über Kaiser Augustus.

Wider Erwarten begann der Vortrag jedoch mit Karl dem Großen, dessen 1200. Todestag in diesem Jahr begangen wird. Herr Becker berichtete von Karls Eroberungen und klugen Schachzügen, um den Papst auf seine Seite zu bringen. Dann schlug er einen Bogen zu Augustus: „Augustus war ein Killer.“ Von wegen Friedenskaiser! Das Bild, das Herr Becker zeichnete, war ein ganz anderes: Ein machtgieriger Herrscher, der sich geschickt inszenierte. Spannend und unterhaltsam stellte der Referent die Umstände dar, die zu Augustus’ Herrschaft geführt hatten: Cäsars Griff nach der Macht und seine Ermordung, der darauffolgende Bürgerkrieg, das Triumvirat und dessen Zerfall und der schrittweise Weg ins Gottkaisertum. Augustus – „Divi filius“ und „Primus inter pares“, bekannt durch die „Pax Romana“ und die Germanenkriege.

Besonders interessant auch die „Res gestae divi Augusti“, in denen Augustus sein goldenes Zeitalter rühmt: Die Inschrift auf der Ara Pacis weist beunruhigende Parallelen zu Hitlers „Mein Kampf“  auf, und dementsprechend wurden der Fund der Ara Pacis und das zweitausendjährige Jubiläum zu Augustus’ Geburt im Jahre 1938 inszeniert.

Auch wenn man an der letzten Behauptung – Hitler in der Tradition von Augustus – wohl berechtigte Zweifel äußern darf, war es doch ein ausnehmend guter Vortrag, bei dem keine Sekunde Langeweile aufgekommen ist.