Moderne Fremdsprachen und Legasthenie bzw. LRS 

 

1. Übertritt

 

Die aufnehmende Schule ist durch das pädagogische Wortgutachten auf das Vorliegen einer gutachterlich festgestellten Legasthenie bzw. einer festgestellten Lese- und Rechtschreibschwäche sowie auf den individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand des Schülers im Lesen und/oder Rechtschreiben hinzuweisen. Allerdings sind Legasthenie und eine Lese- und Rechtschreibschwäche bei sonst angemessener Gesamtleistung kein Grund, einen Schüler vom Übertritt an das Gymnasium auszuschließen. Das Spessart-Gymnasium bemüht sich vielmehr, diesen Schülerinnen und Schülern besondere Fördermaßnahmen zukommen zu lassen. 

 

2. Leistungsfeststellung und -bewertung

 

Grundsätzlich unterliegen auch Schüler mit Legasthenie oder einer Lese- und Rechtschreibschwäche an allen allgemeinbildenden Schulen den für alle Schüler geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Bei der Leistungsfeststellung und - bewertung muss zwischen Schülern mit dauernder Legasthenie und Schülern mit einer vorübergehenden Lese- und Rechtschreibschwäche unterschieden werden. 

Eine differenzierte Behandlung kann im Sinne der nachfolgenden Regelungen aber nur dann erfolgen, wenn das Vorliegen einer Legasthenie durch ein schriftliches Gutachten bestätigt wird. Als ausreichende Bestätigung für das Vorliegen einer Legasthenie gelten fachärztliche Bescheinigungen, die durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder eine andere, entsprechend aus- oder weitergebildete Fachkraft im Zusammenwirken mit einem im Schuldienst tätigen Schulpsychologen der jeweiligen Schulart erstellt sind. 

Die Anerkennung einer Lese- und Rechtschreibschwäche erfolgt durch den örtlich zuständigen Schulpsychologen. Bei Schülern mit einer vorübergehenden Lese- und Rechtschreibschwäche sind die durch die Förderung erreichten Verbesserungen im Abstand von höchstens 2 Schuljahren durch den Schulpsychologen zu überprüfen. 

Die weitere Gewährung von Förderung und Hilfsmaßnahmen (z.B. keine ziffernmäßige Bewertung der Rechtschreibung, Zeitzuschlag oder mündlicher statt schriftlicher Leistungsfeststellung) sowie die Berücksichtung bei der Leistungsbewertung sind dem Entwicklungsstand anzupassen. In der Regel endet die Berücksichtigung einer Lese- und Rechtschreibschwäche mit Abschluss der Jahrgangsstufe 10.

Bei der Festlegung der Zeugnisnote sollen je nach Art und Ausmaß ihrer Teilleistungsstörung die mündlichen Leistungen im Vordergrund stehen. Bei Schülern mit gutachterlich festgestellter Legasthenie sind schriftliche und mündliche Leistungen im Verhältnis 1: 1 zu gewichten. 

Die Festsetzung der mündlichen Note erfolgt auf der Basis von rein mündlichen Leistungsnachweisen (nicht Stegreifaufgaben), je nach Schulart in angemessener Anzahl. Im Zeugnis erscheint die Bemerkung „Lese- und Rechtschreibleistungen wurden nicht bewertet. I

n den Fremdsprachen wurden mündliche und schriftliche Leistungen bei der Bildung der Gesamtnote gleich gewichtet.“ Schüler mit Legasthenie haben einmalig und unwiderruflich die Möglichkeit, spätestens vor Eintritt in die 10. Jahrgangsstufe schriftlich zu beantragen, dass sie während der restlichen Schulzeit und in der Abschlussprüfung keine Fördermaßnahmen, keinen Nachteilsausgleich und Notenschutz erhalten. In diesem Fall entfällt die Zeugnisbemerkung.

 

 

Detaillierte Informationen zum Umgang mit Legasthenie und LRS finden sich unter:

http://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/index_05163.asp

http://www.km.bayern.de/download/497_22.pdf